Vereinsgeschichte

Die Geschichte des Rommersdorf-Bondorfer Bürgervereins beginnt am 7. November 1880. An jenem Tag kamen im heutigen Weinhaus Steinbach achtzig Personen zusammen um einen Verein zu bilden. Es war die Zeit des Kulturkampfes, eine für rheinische Katholiken schwere Zeit, in der sich die katholische Kirche gegen unberechtigte Forderungen des preußischen Staates zur Wehr setzen musste. Überall im Rheinland entstanden katholische Bürgervereine. Diese Bürgervereine waren jedoch keine kirchlichen Vereine im engeren Sinne, wohl aber freie Zusammenschlüsse von Männern, die treue Katholiken und gute Staatsbürger sein wollten.

Im Jahre 1881 wurde die erste Vereinsfahne in Auftrag gegeben und am Annatag geweiht. 1882 wurde beschlossen, am Annatag ein freiwilliges Vogelschießen abzuhalten. 1884 mussten alle Mitglieder am Annatag die hl. Messe besuchen; wer nicht erschien, wurde mit 25 Pfennig Strafe belegt. Ab 1886 konnten auch Frauen, deren Mann vor Vereinsgründung verstorben war, aufgenommen werden. Witwen, die nach Vereinsgründung noch Ehemänner hatten, war der Zutritt verwehrt. 1908 gab es erstmals die heute noch existierende Weihnachtsfeier für Kinder.

Während des Ersten Weltkrieges kümmerte sich der Verein um die Familien der zum Kriegsdienst eingezogenen Mitglieder. Die Frauen Gefallener erhielten 10 Mark. Am 27. Juli 1919 erlebte die Annakapelle ihre 50jährige Gedenkfeier. Zapfenstreich, Hochamt, Festzug, Frühschoppen und Festversammlung waren die Programmpunkte des Vereins. Seit 1925 feiert der Verein jährlich ein Winzerfest. Am 27. Juli 1930 feierte man das 50jährige Jubelfest. In den Jahren ab 1931 wurde ein reichhaltiges Vereinsleben gepflegt: Weihnachtsfeste, Theateraufführungen, Winzerfeste, und Ausflüge prägten das Vereínsleben. 1937 wurde nur noch der Frühschoppen am Annatag von der Behörde genehmigt, der Ball wurde verboten. Daraufhin sagte der Verein alle Veranstaltungen ab.

Am 20 Januar 1941 verboten die Nationalsozialisten alle weiteren Aktivitäten. Wie alle anderen konfessionell ausgerichteten Vereine musste sich auch der Bürgerverein als aufgelöst betrachten. Im Stillen lebte der Verein jedoch weiter. 1949 erlebte der Verein die erste Maifeier nach dem Krieg. Im Juni 1955 wurde das 75. Stiftungsfest unter Beisein von Sr. Eminenz Josef Kardinal Frings gefeiert. 1967 bildete sich eine Gruppe für Ortsbelange im Verein.