Die Rommersdorfer Wurzelkrippe

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Über Jahrzehnte hinweg erfreut eine wechselvolle Krippentradition die Besucher der St. Anna‑Kapelle zu Rommersdorf. In diesem Zusammenhang möchten wir den Mitbürgern danken, die vor vielen Jahren immer eine Krippe mit bescheidenen Figuren aus Pappmasche oder Gips und den dazugehörenden Blumenschmuck liebevoll im Kapellenraum aufstellten. Die damals verwendeten Gipsfiguren sind zu einer ansehnlichen Krippenschau nicht mehr verwendbar.

Es soll auch nicht in Vergessenheit geraten, daß eine heilige Familie aus Lindenholz seit 1961 der St. Anna Kapelle zur Verfügung stand. Josef Krupp (†), ein Rommersdorfer Schnitzer und Bildhauer hatte sie geschaffen und gestiftet. Sie schmückte zu Weihnachten den Tabernakel des Altares, bis sie später für ein paar Jahre ihren Platz in einer neuaufgelegten größeren Krippenanlage fand. Nun wird sie am Eingang der Kapelle zur Erinnerung aufgestellt.

Nach Renovierung der St. Anna-Kapelle setzten zu Weihnachten 1993 einige Mitglieder des Rommersdorf-Bondorfer Bürgervereins die Krippentradition fort und bauten zum erstenmal in der Kapellengeschichte eine Naturwurzel-Krippe mit großem Umfeld. Sie folgte einer Krippe, die Jahre zuvor im vorderen Kirchenteil und später um den Altar errichtet worden war. Inzwischen wurde ‑ dank einiger Spenden von Krippenfreunden ‑ eine vollständige, zusammenpassende Figuren-Einheit mit Heiliger Familie, Hirten, Königen, Engel und Tieren angeschafft.[1]) Das Gesamtbild der Holzfiguren, die von einem Oberammergauer Bildhauermeister geschnitzt wurden, konnte 1996 erstmals in einer dezenten, farblichen Fassung zur Geltung gebracht werden.

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Die Schafe fertigte ein Bad Honnefer Präparator und die Bekleidung der 85 cm großen Holzfiguren gestalteten und nähten Frauen des Bürgervereins. - Eine besondere Figur finden Sie seit 1998 in unserer Krippe. Neben den bereits vorhandenen Figuren erscheint eine selten zu findende Gestalt. Sie wurde von einem Schulkind „erfunden“:

Dieses Kind sollte im Religionsunterricht eine Krippe malen und die Figuren benennen. Die Lehrerin begutachtete das Bild und war ein wenig irritiert. Ein kleiner lachender Bub turnte an der Krippe ganz nahe beim Jesuskind. -  „Wer ist denn der da?“ fragte die Lehrerin kopfschüttelnd. Das Kind war empört. „Das ist doch der Owie!“[2]) - „Zu Weihnachten singen die großen Leute doch immer in einem Weihnachtslied: «Owie lacht.»“[3]

1999 konnten wir, dank einer Spende, einen passenden, struppigen Hirtenhund erwerben. Er heißt „Schorschi“ und gehört einfach zu den Schafen. –

Zwei Spender halfen uns, ein Kamel (60 kg schwer, und 1 m x 1,50 m groß) in unser Krippengeschehen 2000 einzubeziehen. Es hört auf den Namen „HeiJo“ und zeigt, dass die „großen Tiere“ auch zur Krippe kommen dürfen.

Träger der Krippen-Anlage, die aus fast fünf Tonnen Eichenwurzeln besteht und jedes Jahr als Unikat neu aufgebaut wird, ist der Rommersdorf-Bondorfer Bürgerverein. Die Bauzeit beträgt ca. 200 Stunden. Deshalb schließt die Kapelle von Mitte November bis Weihnachten ihre Pforten. Am ersten Weihnachtstag wird die Krippe feierlich gesegnet und eröffnet.

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Natürlich wird in der Krippe immer das ganze Leben Jesu und nicht nur seine Geburt dargestellt. Vier Aspekte seines Lebens sind im Krippenbild erkennbar.

  • Er erscheint als Kind in der Krippe.
  • Als der „Gute Hirte“ trägt er ein Schaf auf den Schultern.
  • Sein Lebensweg führt zum Kreuz. Der Gekreuzigte ist deutlich sichtbar hinter den „Mauern von Jerusalem“. In einer Lücke der Mauer ist das Kreuz des verdeckten Hochaltares sichtbar. Wenn auf dem beweglichen Altar – Er steht zur Besichtigungszeit neben der Sakristeitüre. – die hl. Messe gefeiert wird, feiern wir die Gegenwart des Auferstandenen Herrn in den verwandelten Gaben von Brot und Wein.

Dankbar gedenken wir der verstorbenen Krippenbauer. In der Planungsphase starb Heinz Zimmermann. Er hat entscheidend zur Verwirklichung des Konzeptes beigetragen. Auf Peter Apfelbaum weist unser Kinderfreund Owie hin. (vgl. Fußnote Nr. 3). Robert Weck und Leo Göner starben viel zu früh nach schweren Erkrankungen. Treue und Zuverlässigkeit dieser Männer werden als Vorbild für die heutigen Krippenbauer geachtet.

Auch Bildkarten der Krippe – als Weihnachtsgruß gedacht – wurden erstellt. Jeder Besucher kann sie erwerben. So können Sie die Freude an dieser Wurzelkrippe, die zu den größten ihrer Art gehört, nach draußen tragen.                                     

Heinz Pfälzer, Dr. Herbert Breuer



[1] Die Figuren sind nach ihren  Spendern benannt. Hirtenhund „Schorschi“, der Engel „Angela“, der Esel „Uschi“, der Ochse „Heinz-Hermann“, eine Hirtin „Gerda“ und die beiden Kinder „Ursel“ und „Herbert“. Auch die Heiligen Familie wurde – als Dank für die glückliche Geburt eines Enkelkindes – von einem Ehepaar gestiftet. Josef heißt der Spender, Maria – die Gottesmutter – nennen wir seitdem ganz vorsichtig Maria (Margarete). Hirten und Könige gehören zur Grundausstattung. Die Schäfchen wurden nach Kindern unter den Besuchern benannt.

[2] Im Lied „Stille Nacht, heilige Nacht ...“ heißt es in der zweiten Strophe: „ ... Gottes Sohn, o wie lacht Lieb aus seinem göttlichen Mund, da uns schlägt die rettende Stund: ...“

[3] Die Figur wurde vom Obermeister der Friseurinnung in Siegburg – „in Memoriam Peter Apfelbaum – gestiftet.